Triathlon Berichte

2. KRONE triathlon.de CUP in Lingen am 11.09.2021

 
Hier geht's ins Wasser
 
Insgesamt 84 Triathleten (72 Männer/ 12 Frauen) wollten, trotz der etwas ungemütlichen Wetterlage,
in Lingen endlich mal wieder den olympischen Triathlon (1,5 km Schwimmen, 43,5 km Radfahren,
11,3 km Laufen) rund um den schönen Speichersee finishen und verbreiteten ob der Durchführung
des Triathlons von Anfang an eine hochmotivierte und positive Atmosphäre. Dennoch war das
Thema Corona sehr präsent, die Wettkampfbesprechung vor Ort wurde durch einen beschreibenden
Text im Internet ersetzt, der Schwimmstart erfolgte rollierend in 2er Gruppen alle paar Sekunden,
ein Einschwimmen war nicht möglich, eine Siegerehrung vor Ort wurde nicht durchgeführt
(Preise werden verschickt) und bis kurz vor dem und auch unmittelbar nach dem Wettkampf
bestand eine Maskenpflicht.
Race-Report: Es galt sich in 2er Reihen hintereinander mit Abstand aufzustellen und jeder versuchte hier seine optimale Position zu finden. Eine Zeitmatte stellte hier die individuelle Zeitmessung sicher, so dass erst bei individueller Überquerung der Matte die Zeit für den jeweiligen Athleten gestartet wurde und für das hintere Starterfeld kein bedeutender Nachteil entstand.  Ich hatte mir eine etwas zurückhaltende mittlere Startposition ausgewählt, so dass, falls am Anfang die Schwimmbrille beschlagen sollte und ich die Zielbojen nicht gut sehen kann, eine Orientierung an den Füßen der vorherigen Schwimmer möglich ist. Diese Taktik ging sehr gut auf. Anfangs war, trotz des rollierenden Starts, etwas Gewühle im schönen Gewässer des ruhigen Speichersees und ich musste aufpassen, dass fremde Arme und Beine meinem Gesicht fernblieben, doch dann konnte ich nach und nach die einzelnen Schwimmgruppen einholen und hatte auf der Hälfte der Strecke nur noch zwei Schwimmer vor mir, zu denen ich bis zum Schwimmausstieg und der Wechselzone komplett aufschließen konnte. So kam ich nach 1,5 km mit einer Schwimmzeit von 19:55 Minuten mit über einer halben Minute Vorsprung als Schnellster in der 1. Disziplin in die Wechselzone. Hier wurde schnell der Neoprenanzug ausgezogen, der Rennradhelm aufgesetzt,
die Startnummer umgeschnallt, um dann, zunächst schiebend, die Wechselzone schnellstmöglich zu verlassen. Die Rennradschuhe waren bereits mit den Pedalen verbunden und während der Fahrt angezogen. Die Radstrecke teilte sich in die Zu- und Abfahrt sowie 8 zu fahrenden Runden auf, wobei die Athleten angehalten waren selber ihre Runden zu zählen. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 37 km/h konnte ich die extrem holprige, kurvige und teils enge Strecke, die phasenweise keine Überholvorgänge ermöglichte, bewältigen. Was die Streckenqualität der achtmal wiederholenden Radrunden anging, war diese oft nur mit viel Phantasie als Straße zu erkennen, Kopfsteinpflaster und Teerflicken reihten sich aneinander. Die sonst gut funktionierende Verpflegung auf dem Rad (Trinken und Geleinnahme während der Fahrt) wurde aufgrund der hüpfenden Bedingungen zum sich wiederholenden Wagnis bei hoher Geschwindigkeit, zeitgleich musste ich immer wieder die Trinkflasche hinter meinem Sitz runterschieben, damit sie mir nicht unterwegs aus der Halterung hüpft und auf der Strecke landet. Erleichtert über den sturzfreien Verlauf des Rennradabschnitts ging es dann nach 1:10:05 Stunden auf die 11,3 km lange Laufstrecke entlang des Speichersees. Mit 4:19 Minuten auf den Kilometer zollte ich den vorangegangenen Strapazen zwar etwas Tribut, konnte aber dennoch meinen Triathlon mit einer Laufzeit von 47:59 Minuten und insgesamt schnellen 2:21:30 Stunden abschließen. Ins Ziel kam ich dann zunächst als Gesamtvierter, wo dann anhand der GPS-Uhren nochmal die Strecken verglichen wurden und sich zeigte, dass zwei der Erstplatzierten eine Rennradrunde von 5km zu wenig gefahren sind und eigentlich aus der Wertung fallen müssten. Bei einem tatsächlichen Streckenvergleich bin ich somit auf den 2. Gesamtplatz zu führen. Letztlich hat das Wettkampfgericht die Disqualifikation jedoch nicht ausgesprochen, da sich die zwei Triathleten auf den Zuruf eines Ordners beriefen, der ihnen fälschlicherweise scheinbar bereits in der 7. Runde auf der Radstrecke zugerufen hatte, dass sie bereits 8 Runden gefahren seien. Außerdem wäre die Radrundenanzahl auch bei anderen Triathleten durch das Wettkampfgericht nachträglich nicht mehr zu kontrollieren.
Diese Ergebnisliste wurde durch das Wettkampfgericht, was die Rundenanzahl auf dem Rennrad nicht kontrolliert hat, für final erklärt. Der Veranstalter lobte aufgrund der ungleichen Streckenlängen auch für meinen 4. Platz den Preis des 2. Platzes aus, doch in der Ergebnisliste bleibt der (undankbare) 4. Platz stehen.
Aus Emden war außerdem Patrick Geiken für die RG Sprinter Emden angetreten und konnte die olympische Distanz mit einem starken 25. Gesamtplatz (Gesamtzeit 2:44:55 Stunden) finishen.
Bericht: Jörg Peters ELG 09.2021