Nordseelauf 2010

Mach nicht halt lauf gegen Gewalt

 

Impressionen von Barbara und Frank Leeling


v.l. Frank Schröder, Barbara und Frank Leeling

Barbara und Frank Leeling von der Emder Laufgemeinschaft, nahmen bereits im Vorjahr als Tourläufer am EWE-Nordseelauf teil, dieser wurde zum 9. Mal durchgeführt.  Erstmalig als Tourläufer war Frank Schröder dabei, seine Freundin Anja Goos lief drei Etappe mit und begleitete die drei Läufer im übrigen  als Betreuerin. In diesem Jahr waren 8 Etappen in 7 Tagen zu bewältigen, wobei die Streckenlänge von 5,3 km bis 15 km variierte. Insgesamt waren jedoch in diesen sieben Tagen rund 78 km zu erlaufen. 
Barbara und Frank haben ihre Eindrücke von den Etappen und die Strecken kurz notiert.
Das Schöne an der Veranstaltung war auch in diesem Jahr zu spüren: Es geht nicht ums gewinnen, es geht darum, die Nordsee zu bereisen und zu erlaufen, die Landschaft zu genießen, mit Sportkameraden sich auszutauschen und einfach das Laufen zu zelebrieren.  Der Ehrgeiz wird nach hinten gestellt, man genießt die Geselligkeit, trifft Bekannte aus den Vorjahren wieder und ist einfach auch stolz, dass man 78 km schafft und gesund durchkommt. .

1. Etappe: Dangaster Deichlauf über 5,3 km

Die Strecke führte erst einmal um den Ort, über Campingplatz und die letzte Teilstrecke ein klein wenig über den Strand. War alles nicht so schlimm, alle sind  gut durchgekommen. Bestzeiten waren nicht zu erwarten, da der Sand doch tüchtig bremst. Das Wetter auf der 1. Etappe  war sonnig und ziemlich warm. Für den einen oder anderen etwas läuferunfreundlich, etwas schwül war es. Alle hielten sich aus Respekt vor den vielen noch zu absolvierenden Kilometern zurück.

2.Etappe: Wangerland: Jubiläums-Strandlauf über 5 km

Die 2. Etappe in Schillig war bereits am Nachmittag angesetzt, die Strecke war knackig. Die ersten 2 km waren easy und schnell und dann ging es auf schmalen Dünenwegen (zersetzt mit Karnickellöcher) Richtung Strand. Da trennte sich dann schon mal die Spreu vom Weizen. Die letzten 1,5 km ging es durch richtig viel Sand und man war echt bedient. Der Sand war nicht fest, sondern lose und jeder Fußgänger weiß, dass da an Laufen nicht mehr zu denken ist. Aber glücklich waren wir alle, dass wir auch das verletzungsfrei geschafft haben.

3. Etappe: Langeoog Sanddornlauf über 11 km

Am nächsten Tag bereisten wir die Insel Langeoog. Zur Unterstützung  noch einige ELGler mit. So konnten 11 Lauffreunde an den Start gehen, bestens versorgt vom Vereinskameraden Dennis, den es derzeit beruflich nach Langeoog verschlagen hat – aber wir reisen ja treu hinterher und genießen einfach, mal wieder miteinander plaudern zu können. Der Tag war sonnig, der Startschuss fiel erst um 15.00 Uhr und so hatten wir genügend Gelegenheit, bei Eis und Pommes Kräfte zu sammeln. Die Strecke führte zunächst durch den Ort und dann 7 km durch Dünen und gepflasterte Wege am Deich entlang. Dann wurde es richtig knackig: Es ging zunächst eine Düne mit losem Sand hoch um dann wieder durch losen Sand runter zulaufen. Die Schuhe waren voll und einige zogen  die Schuhe aus. Dann ging es etwa 2 km am relativ festen Sandstrand entlang, um sich dann im Tiefsand die Schuhe wieder voll zuladen. Die letzten 1,2 km der Strecke führten dann zurück durch den Ort.
Der Lauf durch die Dünen hoch und runter und der Sand in den Schuhen war für viele Läufer sehr anstrengend. Deswegen waren alle umso glücklicher im Ziel das sie doch relativ gut durch gekommen sind. Um 17.30 Uhr war Siegerehrung mit Pasta-Party. Im Angebot waren 4 verschiedenen Nudelsorten (Sahne Tortellini, Thunfisch Rigatoni, Spaghetti Bolognese und Pesto-Nudeln.
Außer unseren 3 Tourläufern Barbara Leeling, Frank Leeling und Frank Schröder hatten sich noch 8 ELG-Läufer für die Etappe gemeldet.

Frank Schröder 0:47:42 h
Frank Leeling 0:57:12 h
Wolfgang Meyer 1:00:35 h
Dennis Schweickhardt 1:00:57 h
Anja Goos 1:01:06 h
Daniela Förster-Riemann 1:04:44 h
Hildegard Niemeyer 1:13:00 h
Barbara Leeling 1:17:18 h
Gertje Keßler 1:23:00 h
Manuela Jacobs 1:23:21 h
Elvira Schröder-Müller 1:23:21 h

4. Etappe: Greetsieler Leuchtturmlauf über 10,3 km

In einem Wort beschrieben: bombastisch und superwunderschön
Die Strecke führte zunächst von der Oase Greetsiel zum Pilsumer Leuchtturm innerdeichs gelaufen, dann am Leuchtturm gewendet und außerhalb am Watt entlang bis fast nach Greetsiel. Dann wieder am Hafen entlang in den Ort rein – gänsehautfeeling pur.  Leider war keine Zeit für ein dänisches Eis, man musste ja Prioritäten setzen – das gab es erst nach dem Duschen.
Im Start/Ziel-Bereich von der Greetsieler Touristik-GmbH super organisiert: Es wurde wirklich viel auf die Beine gestellt: Die Oase war für die Läufer freigegeben, man konnte schwimmen, saunieren, duschen, draußen gab es Würstchen und Bierbuden, der Shanty-Chor sang wunderbar, die Sonne kam dann und wann raus und nix mit Wind und Regen. Die Veranstaltung war einfach gelungen. Von der ELG waren wieder einige Tagesläufer gemeldet.

Alfred Scholz 0:48:25 h
Frank Schröder 0:41:53 h
Barbara Leeling 1:05:54 h
Frank Leeling 0:49:34 h
Haike Heuer 1:05:54 h
Manuela Jacobs 1:05:54 h
Almuth Bülthuis 0:53:10 h
Marion Ulitzka 0:56:07 h
Wolfgang Meyer 0:52:40 h

Nach jeder Etappe findet beim Nordseelauf die Siegerehrung statt und danach wird immer eine Tombola mit etwa 10 Sachpreisen und einem Hauptpreis (Reise mit Hotelübernachtung am Tatort) veranstaltet – und dieses Mal eben zwei Übernachtungen in Greetsiel!
Gewonnen hat:  Frank Schröder aus Wybelsum!

5. Etappe: Wangerooge "Watt´n Strand"-Lauf über 8,9 km
Heute war ein kleiner Rundkurs von 8,9 km angesagt. Der „Watt´n Strandlauf“.  Die Strecke erwies sich mal als relativ lauffreundlich. Manchmal glaubt man, die Veranstalter richten einen Cross-Lauf aus.  Die ersten 5 km durch Wangerooges Straßen und gepflasterte Deiche um dann in einen Dünenlauf von etwa 2,5 km zu wechseln. Die letzten 1,3 km dann wieder durchs Dorf um an der oberen Strandpromenade zu enden. Ich sag euch: entspanntes Laufen geht anders. Macht dadurch aber auch wieder enorm Spaß. Weg vom üblichen Trott.

6. Etappe: Land Wursten Leuchtturmlauf über 14,8 km
Heute Frank Leeling’s Geburtstag und es stand die „Königsetappe“ an, würde der Ostfriese sagen, schlappe 14,8 km natürlich wieder streckenweise am Deich entlang - was sonst. Wenigstens spielte das Wetter mit – heiß und schwül und irgendwie – am Stand wäre es jetzt auch recht nett.  Die  Funktionsshirts mussten noch nie so viel Flüssigkeit auf  ca.15 km aufnehmen wie an diesem Tag und damit meine ich nicht die Nässe von draussen.
Start  in Wremen beim Leuchtturm „Kleinen (schwarz/weißen) Preußen“ zum Ziel in Dornum  Leuchtturm „Obereverhaus“.
Frank Schröder war wieder als erster  ELGler  im Ziel. Dort wartet wie bei  jedem Lauf seine Freundin Anja Goos  um  schöne Fotos vom Zieleinlauf zu schießen.
Nach Frank kam Frank ins Ziel. Froh an seinem Geburtstag (von dem keiner weiß) gesund ins Ziel gekommen zu sein.  Also erst mal Frank zum Einlauf gratuliert, Anja begrüßt um dann nach Barbara Ausschau zu halten.
Da diese Etappe wie so oft wieder über den Deich, also erst rauf dann wieder runter, geführt hat musste er ca. 500 m vorlaufen um Barbara frühzeitig zu sehen. Diese Zeit hat Anja genutzt Ihrem Hobby zu frönen. Frank L. hat also seine Barbara ins Ziel geholt und Anja Ihre Überraschung für Frank L. vorbereitet: Ein Geburtstagsständchen auf ihrer  Posaune im Zielbereich für das Geburtstagskind. Der Frank L war dann doch schon sehr gerührt. Echt nett oder ??? DANKE ANJA !!!!

7. Etappe: Neuwerk-CuxhavenHamburger-Watt-Lauf über 12 km

Um 16.30 verlässt uns die Sonne und Regen setzt ein. Ein nicht aufhörender Strom von Wasser fiel auf Neuwerk herab (nicht genug,  dass man naturgemäß schon von Wasser umgeben ist) und macht nicht nur den Läufern ein wenig Sorgen. Bis kurz vor Start ist nicht klar, ob die Walker und Läufer starten dürfen oder ob eine unfreiwillige Übernachtung im einzigen Hotel auf Neuwerk notwendig wurde. Durch den Regen und den Wind steht noch viel Wasser im Watt und vor allem in den Prielen. Dann um 18.30 doch die Freigabe durch den Watt-Ranger. Es geht los. Um 18.45 starten die Walker um 19.00 Uhr die Läufer. Der erste km geht am Deich, dann rein in die Furt. Hinter uns ein Trecker mit Anhänger  der das „Treibgut“ aufsammeln kann. Im Marathon-Jargon auch Besenwagen genannt. Dann die ersten Schritte ins Watt. Die ersten Meter versucht man noch unbewusst die Füße trocken halten zu können, was natürlich nicht gelingen kann.  Also: nasse Füße und Sand in den Schuhen und dann auch noch Regen mit kaltem Wind von hinten – es gibt nix besseres, um sich zu Hause auf das Sofa zu wünschen.  Also egal. Frank Schröder will es wissen, er möchte gerne einen 1-stelligen Platz in der Tourwertung erreichen. Was schwer werden dürfte, weil er durch seinen vorsichtigen Tourstart ein paar Minuten aufholen muss. Unter die ersten 9, das wäre toll. Der Respekt vor der Tour und vor allem der Etappe durchs Watt ist aber doch sehr groß. Frank L. möchte gern seine Zeit vom letzten Jahr halten. Anja und Barbara haben sich vorgenommen, gemeinsam zu laufen und nebenher ihre häusliche Muschelsammlung noch zu erweitern. In der Ruhe liegt die Kraft und „nu mol langsam – nur nit huddle“ wie der Badener sagt –bedeutet übersetzt: Sachte an. Irgendwann trifft Frank L. noch einen Ostfriesen im Teilnehmerfeld Heye Willems von Fortuna Logabirum. Man beschließt die letzten 7 km gemeinsam zu „kämpfen“. Durch den Regen und den Wind, der einen dann auch noch in die Priele schiebt. Gefährlich ist das alles und manch einer strauchelte und lag völlig im Priel. Aber das Ziel haben wir (natürlich Stunden vor dem Ziel – jedenfalls gefühlt) vor Augen – in Cuxhaven-Duhnen geht es nach der Schlamm-Muschelsuch-Regen-Tour wieder ans Festland.  Glücklicherweise ist 2 km vor dem Ziel das Watt noch recht fest und dadurch gut zu laufen. Im letzten Jahr war hier der Schlick knöchelhoch, eine Strapaze kann ich euch sagen. Dieses Jahr steht nur das Wasser knöchelhoch. Dann die letzten 400 m noch durch den Sand und die  Etappe ist geschafft, so wie man selber. Frank S. ist natürlich schon da. Unsere Muschelsucher noch unterwegs. Trotz gutem Mittelfeld bekommt Frank L. nur noch kalte Duschen. Das Stadion ist einfach nicht dafür ausgelegt 200 Ltr Warmwasserboiler für 200 Männer das kann nicht reichen. Aber das kalte Wasser schafft uns nach 7 Etappen auch nicht. Im Gegenteil.

8. Etappe: Bremerhaven 6-Seemeilen-Lauf über 10,4 km

Das Wetter ist schön aber sehr, sehr windig – über Nacht hat eine steife Briese beschlossen, die Läufer zu beglücken.
Der Start-Ziel Bereich liegt direkt neben dem Klima-Haus. Das Ganze ist sowas wie 3 Runden zu laufen aber doch immer mit etwas anderer Streckenführung. Vorbei am Mediterraneo, Zoo am Meer, Auswanderermuseum, Columbuscenter etc. die ganzen touristischen Highlights der Innenstadt. Damit niemand abkürzen kann wird eine Zwischenzeit durch die elektronische Zeitmessung genommen.
Alle sind froh heute die letzte Etappe in Angriff nehmen zu dürfen. Die 15km Leuchtturm-Tour und der Watt-Lauf stecken vielen noch in den Knochen. Aber die 10,4 km heute schaffen mit starkem Gegenwind doch noch die unverzagten. Aber: Aufgeben gilt nicht  -wir schaffen das auch noch.
Geht ja auch um nix. Denkt man jedenfalls bis zum Startschuss. Dann gehen wieder die Gäule mit einem durch, und man will doch wieder bei „seinem“ Feld bleiben. „Nein du überholst mich heute nicht“ oder „kann doch nicht sein das die kurzen Beine da vorne schneller sind als ich“. Der Ehrgeiz hat einen wieder gepackt. Der Wind pfeift einem ins Gesicht, die Brandung schlägt die Kaimauer hoch (nein das ist nicht übertrieben), der Wind fühlt sich heute wie Windstärke 12 an. Plus der 2 Windstärken die man durch Sein Tempo noch oben drauf legt  ;-) Zwinker.

Um es heute kurz zu machen: Alle von uns sind gut durchgekommen. Frank S. hat es tatsächlich noch auf den 10. Platz geschafft (Herzlichen Glückwunsch dazu). Anja und Barbara haben Ihre Muschelsammlung um einige Stücke erweitern können und Frank L. hat es noch in die 50-er Ränge geschafft. Müde nehmen wir an der Abschlussveranstaltung teil. Auch heute kein Tombolaglück. Aber unsere Truppe hat ja schon das Highlight Wochenende in Greetsiel abgegriffen. Muss reichen für eine Tour. Als wir Tourläufer dann die Medaille umgehängt erhalten, fühlen wir uns wie bei Olympia. Das ist schon ganz schön ergreifend. Dann noch ein Foto fürs Album und das war’s.

Tourwertung Männer:
10. Frank Schröder (4. M40) Emder LG  (5:23:15)
55. Frank Leeling (14. M40) Emder LG (6:33:51)
62. Theo Geerken (3. M65) LG Ostfriesland (6:36:06)
70. Heye Willems (10. M55) Fortuna Logabirum (6:50:14)
Tourwertung Frauen:
71. Barbara Leeling (15. W45) Emder LG (8:30:22)

Ach ja:
Im nächsten Jahr ist der Nordseelauf Ende Juni/Anfang Juli und geplant sind zahlreiche Etappen hier in der Gegend. Juist, Norddeich, Neuharlingersiel, Norderney, Baltrum, Northolz und natürlich die Watt-Tour Neuwerk/Cuxhaven sind geplant – wird sicherlich wieder eine Herausforderung mit viel Spass – und Muscheln wird es da auch geben….

Informationen findet Ihr unter www.nordseelauf.de 

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